Freimaurerloge Friedrich zum weißen Pferde, Nr. 19 i. O. Hannover

Die Geschichte der Feimaurerei und Ihre bekannten Persönlichkeiten,

so lautet das Thema, dazu gehört auch die Geschichte unserer Loge und es liegt mir am Herzen, auch etwas über die Gegenwart unserer  Loge  zu berichten.

Die Ursprünge der Freimaurerei liegen bekanntlich im mittelalterlichen Britannien  und der Begriff Lodge  wird urkundlich  1278 zum 1. Mal bei dem Bau der Abtei von Val Royal erwähnt und steht für ein Holzgebäude, in der Nähe eines Kirchenbaues, dass den Arbeitern als Werkstatt, Aufenthaltsraum und Versammlungsort diente.

In dieser Lodge leitete der Meister die Bauarbeiten eines Doms oder einer Kirche an einem Arbeitstisch,  er saß auf einem Stuhl, seine Bauarbeiter standen, so soll sich der Name  „der Meister vom Stuhl“ ableiten.

Der Begriff Lodge wurde später als Loge ins deutsche übersetzt und als Organisationsform für die Freimaurerei verwandt.

Am Kirchen- und Dombau waren die freestonemason  tätig,  freestone ist der feinkörnige Sand- oder Kalkstein, der sich besonders für die künstlerischen Arbeiten am Bau eignete. Die Bezeichnung freemason taucht erstmalig  am 9. August 1376 in einer Londoner Urkunde auf.

Der freestone mason war wohl ursprünglich kein Bauhandwerker, sondern ein Steinmetz, der die  künstlerische Arbeit am Dombau leistete.

Freeemason wurde dann  irgendwann ins deutsche als Freimaurer übersetzt. So ergab sich der Name, „Freimaurer Loge.“

Wir hatten vor etwa 2 Jahren eine Dame in unserer Loge zu Gast, Sie war Steinmetz und  Sie hatte sehr anschaulich über Ihren Beruf und die Herkunft dieses Berufszweiges berichtet, was  sich in vielen Einzelheiten, Auslegungen und Angaben zur Geschichte  der Freimaurerei deckte.

Der  Absolutismus  erkannte um 17. hundert „Privilegien“, wie z. B. das Reisen, eigentlich nur  dem Adel und dem Klerus zu.

Doch da die Bauhandwerker bei den Kirchen und Dombauten überall gebraucht wurden,  durften  diese Bauhandwerker, die in Zünften und Gilden organisiert waren,  geschützt durch die päpstliche Bulle,  das gesamte christliche Abendland bereisen, sogar in kriegerischen Zeiten.

Diese Bauhandwerker zogen und wanderten  nun von Stadt zu Stadt, von Baustelle zu Baustelle und suchten Arbeit.

Auch damals gab es natürlich Lehrlinge, Gesellen und Meister in diesen Berufen.

Da es weder  ein Meldewesen, Ausweise oder Pässe, wie in heutiger Zeit gab,  auch die meisten Handwerker des Schreibens und Lesens unkundig waren, wurde Ihnen bei Ihrer Aufnahme als Lehrling in diesem Beruf und bei der Beförderung zum Gesellen oder Erhebung zum Meister, mündlich unterschiedliche Passwörter nebst einem Erkennungswort und einem Handzeichen gegeben.

So konnte der Bauleiter, der Meister vom Stuhl, an diesen drei unterschiedlichen Erkennungszeichen  bei Befragung erkennen, welchen Bildungsgrad der Bewerber in seinem Beruf hatte  und welcher Lohn ihm zustand.

Zeichen, Wort und Griff in den unterschiedlichen Graden haben sich bis heute in der Freimaurerei erhalten und wenn heute ein Bruder Freimaurer eine andere Loge in Deutschland  oder im Ausland besucht, ist an Zeichen, Wort und Griff zu erkennen, ob er Freimaurer- Lehrling, Geselle oder Meister ist.

Die in Gilden und Zünften organisierten Bauhandwerker hatten damals untereinander ein sehr soziales Verhalten, man half sich gegenseitig, stand verletzten Handwerkern bei und unterstützte die Witwen zu Tode gekommener Bauleute.

Die großen Dombauten neigten sich Mitte des 17. Jahrhundert dem Ende zu und  es ist in dieser Zeit  in der Geistes- und Kulturgeschichte zu  einem ganz einmaligem Vorgang gekommen.

Diese so ausgezeichnete Organisation der Bauleute wurde zusehends von Intellektuellen, würde man heute sagen, unterwandert.

Als  Personen regierender Fürstenhäuser sich entschlossen den Logen beizutreten, traten alsbald Offizier, Hofbeamte, Ärzte, Schriftsteller und einflussreiche Bürger, die gar keinen handwerklichen Beruf ausübten  den Logen bei und  wurden als angenommene Maurer akzeptiert.

Da diese Logen, wie schon gesagt,  ganz erhebliche, karikative Verpflichtungen gegenüber Ihren Berufsgenossen und Angehörigen hatten, waren mit Sicherheit die finanziellen Zuwendungen und Beiträge dieser angenommenen Maurer sehr willkommen.

Nach dem  Prozess der Unterwanderung wandelte sich mit der Zeit die Loge von einem  praktischen, operativen  Bauhandwerkszunft zu einer geistig,  symbolisch bauenden Gesellschaft,  zu Freimaurerlogen.

Dieser Vorgang war am 24. Juni 1717 abgeschlossen. An diesem Tage vereinigten sich in England 4 Logen zu ersten Großloge von England und dieses Datum wird heute in der Freimaurerei  als Beginn der geistigen, spekulativen, also nicht mehr handwerklichen Maurerei  bezeichnet.

Die Freimaurer arbeiten sei diesem Tag nicht mehr am freestone, sondern symbolisch zu Ihrer Vervollkommnung an sich selbst, am rauen  Stein, wie wir es ausdrücken.

Jeder Stein, sprich Mensch, soll so vollkommen werden, dass er sich in den Tempelbau der Menschheit, getragen von Humanität, Brüderlichkeit, Menschenwürde und Toleranz  einfügt.

Die Loge nennt  keine Vorgaben, wie sich die Logenbrüder, seinen Mitmenschen im Beruf am Arbeitsplatz, Nachbarn, Freunden oder im Straßenverkehr, in der Familie,  wo auch immer zu verhalten hat.

Es ist keine leichte Aufgabe,  für sich selbst zu entscheiden, ob ich im Umgang mit meinen Mitmenschen nach den schon erwähnten Maximen, Menschenliebe, Toleranz, Brüderlichkeit, mich richtig verhalte, mit mir ins Gewissen  zu gehen, mich  selbst zu kritisieren, mich  in meinem Verhalten selbst zu erkennen!

Die Selbsterkenntnis spielt im Ritual der Freimaurer, auch eine nicht unerhebliche Rolle.

Die Freimaurerei  breitete sich  von Großbritannien auch auf andere Länder aus, so auch auf Deutschland.

Die Faszination, die diese Neugründung von Logen im 17. Jahrhundert ausübten, ist auf den tragenden Gedanken der Aufklärung zurückzuführen.

Fand sich doch hier eine  geistige Elite zusammen, deren Ziel es war, in einem weltumspannenden Bruderbund eine zu der Zeit noch nach  Städten und Nationen getrennte Menschheit auf eine neue Stufe der Entwicklung führen zu können.

Die Freimaurer betrachteten Ihre Logen als eine Kristallisation

dieser Ideen, an deren Verwirklichung Sie glaubten!

In Deutschland begann die Geschichte der Freimaurerei mit der Gründung der Loge „Absalom“ 1737  in Hamburg.

Alle Logen wurden bei Ihrer Entstehung nummeriert, Absalom in Hamburg trägt die Nr. 1!

Es wohl kein Zufall, dass  gerade in Städten mit einem selbstbewusstem und wohlhabendem Bürgertum, Freimaurer-Logen gegründet wurden,  die bald großen Einfluss gewannen.

Bayreuth trägt  z.B. die Nr. 6,  Frankfurt die Nr. 11,  Braunschweig Nr. 15, Berlin Nr. 20.

So entstanden  auch in kleinen  Residenzstädten, wegen des dort herrschenden eigenständigen, geistigen und kulturellen Lebens Freimaurerlogen.

Auf die gesamte Geschichte unserer Loge einzugehen, wäre ein  Thema für sich, doch möchte  ich  an  dieser Stelle  doch  ein wenig auf die Geschichte, das Leben und Geschehen und Gegenwart in unserer Loge eingehen.

Im Januar 1746, wurde in Hannover, unsere Loge  „Friedrich zum weißen Pferde „  mit der Nr. 19, von Georg Ludwig Mehmet von Königstreu, der 1744  in der Loge Absalom in Hamburg aufgenommen wurde, gegründet.

Mehmet von Königstreu stammt übrigens aus einer türkischen Familie, er diente als Kapitän beim Garde Grenadier Corps zu Pferde und fiel  als 32 jähriger im Jahre 1752 im Krieg.

Sein Vater war Kammerdiener am Hofe König Georg dem I. und Mehmet, wurde wegen seiner Königstreue am Hofe geadelt.

Wir hatte ein Ölgemälde hier in unsrer Loge hängen, dass bei einem Einbruch  leider gestohlen wurde.

Unsere Loge  trägt  den Namen  Friedrich zu Ehren des damaligen Prinzen Friedrich - Ludwig  Prinz of Wales, 1707 – 1751.

Er war der ältere Sohn König Georg dem II,  der Vater Georg des III aus England und er wurde 1737 zum Freimaurer aufgenommen.

In unserem Logenbijou  steht  das weiße Niedersachsenross, daher der Name  unserer Loge, „Friedrich zum weißen Pferde.“

Unsere Loge ist eine der ältesten Logen in Deutschland, einige Logen zwischen den Nummern 1 und 19 existieren nicht mehr, heute gibt es etwa 460 Logen  mit ca. 14.200  Freimaurern in Deutschland.

Wir, in Hannover, sind sogar die zweitgrößte Loge in Deutschland, nach Frankfurt und vor München. Gemeint ist die Mitgliederzahl.

Im Jahre 2011 wird unsere Loge Friedrich zum weißen Pferde also ihr 265. Bestehen begehen.

Unsere Loge war seit Beginn, im Jahre 1746, immer eine Männerloge, das wollen wir auch in Zukunft bleiben, dass schreibt auch unsere Großloge die AFAM, „Alte, Freie, Angenommene Maurer vor“.

Bei Tempelarbeiten und freimaurerischen Themen sind  wir nur Brüder in der Loge, doch  haben wir natürlich auch Veranstaltungen, und  Gästeabende, so wie heute,  zum Teil auch mit den Damen, denn wenn es Themen geht, die von allgemeinem Interesse sind wollen wir unsere Frauen auch ganz bewusst an einigen Veranstaltungen mit teilhaben lassen.

Unsere Loge hat im Laufe der Jahre viele andere Logen besucht,  auch in Ausland, so z.B. Gr. Britannien, Griechenland, Niederlande, Türkei,  Polen, Litauen, Russland, Königsberg jetzt Kaliningrad und USA wo unsere Frauen uns begleiteten und während unserer Tempelarbeit ein separates Damenprogramm hatten.

Am Jahresende begehen wir immer ein schönes Fest, die Jahresschlußloge,  mit einer Arbeit im Tempel und einer anschließenden Tafel  mit einem Unterhaltungsprogramm.

Dieses Fest begehen wir immer gemeinsam mit unseren Frauen und Familienangehörigen.

Das uns die Meinung der Damen nicht unwichtig sind, mag auch daran zu erkennen sein, dass wir bei  der Aufnahme eines Suchenden, wie wir die Herren nennen, die unserer Loge  beitreten wollen, auch die Ehefrauen fragen, ob sie mit dem Eintritt Ihres Gatten in die Loge einverstanden sind, um einen evtl. Unfrieden in der Familie zu vermeiden.

Unser jährlicher Logenbeitrag, ich möchte es gerne erwähnen, beträgt übrigens Euro 300.

Wir haben, meine lieben Gäste, ein „eigenes Logenhaus“, es steht übrigens unter Denkmalschutz und das  müssen wir  auch finanziell unterhalten.

Ich erwähne es deshalb, weil es zur Zeit der Logengründungen in 17. Jahrhundert es  keine eigenen Logenhäuser gab.

Die Logenbrüder trafen sich in Gaststätten und so tragen viele Logen den Namen von Gasthäusern, z. B. Loge „Zum schwarzen Bären“ , in Hannover, um eine zu nennen. Zu allen Logen pflegen wir Kontakt, wir besuchen auch andere Logen, wie natürlich jeder Bruder auch alleine andere Logen besuchen darf.

Es gibt Logen, die mehr christlichen Charakter haben,  andere, so wie unsere Loge,  die mehr weltlich ausgerichtet sind.

In den noch heute gültigen Alten Pflichten der Freimaurer, die Reverends Anderson im Jahre 1732 verfasste, heißt es im Absatz „von Gott und der Religion“,  der Wortlaut ist gekürzt:

„Der Maurer hat dem Sittengesetz zu gehorchen und wenn er die Kunst richtig versteht, wird er weder ein Gottesleugner noch ein Wüstling ohne Religion sein.“

Welcher Konfession ein Bruder angehört ist in unserer Loge nicht von   Bedeutung. Bei uns gibt es Christen, (Katholiken, Protestanten), Muslime und Brüder jüdischen Glaubens. Jedem Bruder ist seine Religion, sein Glaube belassen, alle stehen für uns unter dem Gesamtbegriff  der großen Baumeister aller Welten.

Religion ist so gesehen kein Thema in unserer Loge, es sei denn sie hat bei einem Vortrag informativen Charakter.

So hatten wir z. B. den Abt der buddhistischen Gemeinde  mit einem Vortrag über den Buddhismus bei uns in der Loge, ebenfalls hat ein Muslim aus der türkische Gemeinde bei uns einen Vortrag  über den Islam gehalten.

Auch haben unsere Brüder mit unseren Damen auf Einladung den buddhistischen Tempel in Langenhagen und eine türkische Gemeinde  aus Anlass des Fastenbrechens besucht.

Dieses zu Anmerkung zur Religion, eine Aussage noch hierzu, die Aufnahme eines Atheisten,  in eine Freimaurerloge wäre nach meiner ganz persönlichen Auffassung  allerdings wohl kaum möglich.

Zu erwähnen sei noch, das auch die Politik in der Loge kein Thema ist, jedem ist auch hier seine Einstellung, zu welcher Partei er auch immer gehören mag, belassen. Über Parteipolitik wird in der Loge nicht gesprochen, es sei denn es ist ein Vortrag mit informativen, nicht werbendem Charakter.

Alle Logen haben das Ziel, so wie es in  den schon erwähnten alten Pflichten  des Reverends James Anderson von 1723  steht,  nur „gut beleumdete,  freie Männer von gutem Rufe“ aufzunehmen.

Freie Männer trugen um 1700 einen hohen Hut und so gibt es auch heute noch Logen, deren Brüder einen Hut, einen Zylinder tragen.

Unsere Loge hat sich nach 1945, als die Logen sich nach dem Naziregime wieder in Deutschland etablieren konnten, davon befreit.

Zur Geschichte der Freimaurerei gehört natürlich auch die Zeit des Nationalsozialismus, in der alle  Logen in Deutschland verboten und geschlossen wurden.  Die Logenhäuser hatten die Nazis zu Antifreimaurer-Museen umgestaltet. So auch das alte Logenhaus in der Herrenstraße in Hannover,  es fiel im Kriege  dem Bomben zum Opfer.

Logenbrüder wurden im 3. Reich wie jüdische Mitbürger, Romas und Sintis  leider verfolgt und geächtet, einige Brüder trafen sich aber trotz dieses Verbotes heimlich in dieser Zeit und haben nach Ende des 1000 jährigen Reiches die Logen wieder ins Leben gerufen.

Doch dieses Thema würde den heutigen Abend sprengen.

Eines sollte aber noch erwähnt sein, dass die Verunglimpfung der Freimaurerei in Deutschland auch heute noch, nach mehr als 60 Jahre nach Kriegsende, in den Köpfen mancher Menschen zu finden ist, obwohl  die Freimaurerei  sich Maximen wie Humanität, Brüderlichkeit, Menschenrechte, Menschenwürde und Toleranz verschrieben hat, was man nicht oft genug wiederholen kann.

Ziele  die leider auch heute noch täglich mit den Füssen getreten werden und  deren Durchsetzung  an den Kampf  Don Quichote gegen die Windmühlenflügel erinnern.

Max Tau,  geb. 1897, Gewinner des Literaturpreises Deutscher Freimaurer  und damit bin ich bei einem  Mann, der die Freimaurerei mit geprägt hat, er schreibt im Jahre 1966:„Die moderne Wissenschaft will zum Grunde der Wahrheit vorstoßen. Die Ergebnisse Ihres Strebens sind zugleich ein wertvoller Beitrag zur Aufklärung der Menschheit, aber die Menschheit bewegt sich leider erst am Anfang ihres Weges. Sie ist wohl zu erstaunlichen Entdeckungen gelangt, jedoch hat sie sich erst allzu wenig bemüht, mit gleichem Mute,  mit gleicher Energie die tieferen, ungebrauchten, menschlichen Kräfte einzusetzen. So nähren wir Zweifel, wenn wir die Worte Humanismus und Menschenrechte hören. Wir haben auch leider wenig Grund der Menschlichkeit zu vertrauen.“

Er begründet auch seine Skepsis:

„Wurden nicht auch die Freimaurer diffamiert, als Anbeter des Satans und als Lues und Syphilis der Menschheit hingestellt und verfolgt, weil Universalität und damit auch umfassende Toleranz, brüderliche Liebe, Redlichkeit und Wohltätigkeit im Sinne der Humanität ihre offen erklärten Ziele waren?“

Max Tau  hat mit seinen Zitaten zumindest unter den Intellektuellen ein Umdenken im positiven Sinne  zur Freimaurerei beigetragen!

Max Tau beschreibt  in folgenden Zeilen nach seiner Aufnahme in die Bruderschaft:
„Nachdem ich das Glück hatte, die Freimaurerei zu erleben,, erfuhr ich, dass sie Menschen sind, die danach streben, etwas zu tun, was über sie hinaus wächst. Sie haben das Talent, Brüder zu werden und dem unverhörbaren Wert des Lebens die Freundschaft zu erweisen.

Als echte Humanisten kennen sie die Versuchung und Abgründe, aber sie hören nie auf, Denken und Handeln in Übereinstimmung zu bringen. Sie sind von der Hoffnung erfüllt, dass sie helfen eine Welt zu schaffen, in der Christus nie mehr gekreuzigt werden könnte.“

Friedrich Ludwig Schröder, der von 1744 bis 1813 lebte und damit bin ich bei einem  Freimaurer, der ebenfalls die Logen maßgeblich prägte. Ein Mann,  der weniger in der Allgemeinheit,  aber unter  Freimaurer-Brüdern bekannt ist.

Schröder war  Schauspieler, später bekannter Schauspieldirektor in Hamburg, er wurde dort 1774 in der Loge „Emanuel zur Marienblume“ aufgenommen, war Meister vom Stuhl und  später Großmeister der großen Loge von Hamburg  und gilt als Reformator der Deutschen Freimaurerei. Er hat die Rituale aller 3 Tempelgrade gestaltet, nach denen unsere  Loge und viele  andere Logen  unserer Lehrart arbeiten.

Auf alle bekannten Männer, die Freimaurer waren, kann ich im Einzelnen nicht eingehen, es sind zu viele, sodass ich nur auf eine begrenzte Personenzahl näher zu sprechen komme, viele werde ich nur beim Namen nennen, es würde sonst den heutigen Abend sprengen.

Gern möchte ich zum Anfang einmal von den Logenbrüdern sprechen, die in Hannover beheimatet waren und die fast jeder Hannoveraner kennt.

Ein Logenbruder von uns, Heinz Kühne, hat eine Broschüre herausgegeben von den Logenbrüdern aus Hannover, die Unsere Stadt nicht unbedeutend  beeinflussten  und nach denen Straßennamen in Hannover benannt wurden.

Wer kennt nicht die Laves-Allee, Lavesstraße. Laves,  1788-1864 war Oberhofbaudirektor, Hofbaurat, Städtebauer in Hannover. Er erbaute das Opernhaus, den Neubau des Leineschlosses und war am Bau des zerstörten Logenhauses in der Herrenstrasse beteiligt. Er war Ehrenbürger unserer Stadt.

Wer beschritt nicht schon die Hardenbergstrasse. Karl August Fürst von Hardenberg 1750-1822, , erster preußischer Staatskanzler und Minister des Auswärtigen. Er wurde in unserer Loge aufgenommen und war Meister vom Stuhl  von 1778 bis 1781.

Die große Loge von Preußen in Berlin ehrte von Hardenberg durch eine feierliche Aufstellung seines Bildes, Generalfeldmarschall   Blücher, ebenfalls Freimaurer war bei diesem Festakt zugegen. Die Söhne von Blücher waren ebenfalls Freimaurer.

Der Amtmann, später Professor,  volkstümlicher Dichter, (Das Lied vom braven Mann), Mitarbeiter am Göttinger Musenalmanach,

„Gottfried August Bürger“, nach dem die Bürgerstraße bemannt wurde.

Die Drostestraße, benannt nach  Johann Heinrich Droste, Baurat und Stadtbaumeister, geb. 1814, gest. 1875.

Nach dem Senator und Stadtschulrat, Wilhelm Eggers 1867 – 1952 wurde der Senator- Eggers-Weg benannt und ein weiterer Bruder gleichen Namens,  einer der berühmtesten Künstler unserer Stadt, der Maler und Bildhauer WP Eberhard Eggers, der  im August 2004 mit 65 Jahren  an Lungekrebs verstarb.

Wer kennt nicht u.A. sein überdimensionales Kunstwerk vor der Tierärztlichen Hochschule, „Mann frisst Maus!“

 

Auch Wallmoden, Johann-Ludwig, Reichsgraf von, 1736 – 1811, illegitimer Sohn des Königs Georg des II, Halbbruder des Prinzen Friedrich von Wales,  von dem, wie schon erwähnt, unsere Loge den Namen trägt, war Freimaurer.

Der Siegelweg, benannt nach Paul Siegel, Dr. Justizrat, geb. 1880 gest. 1961, wurde 1912 in unsrer Loge aufgenommen. Er war juristischer Beirat in unsre Loge, doch was ihn auszeichnete, er war  nach dem Zusammenbruch 1945 in Deutschland am Wiederaufbau des niedersächsischen Justizwesen maßgeblich beteiligt.

Auch die Redenstrasse wurde nach einem Logenbruder benannt.  Die begüterte Familie von Reden besaßen in der Osterstr. ein Haus, das als Verwaltungsgebäude der Städtischen Betriebswerke diente.

In diesem Haus wurde übrigens unsere Loge, wie schon gesagt, im Januar 1746 gegründet!

Zu nennen sei  die Kranckestrasse, benannt Georg August Friedrich Krancke, 1782 – 1852 , Verfasser von Rechenbüchern, war Meister vom Stuhl in unserer Loge.

Nicht zu vergessen die Hinüberstrasse, benannt nach dem königlichen Post-Kommissar Jobst-Anton von Hinüber, der am 22.10.1749 in der Loge Fr. z. w. Pferde aufgenommen wurde. Er war von 1753 bis 1755 Meister vom Stuhl dieser Loge.

Ich freue mich sehr darüber, das ein Nachkomme von ihm,  Herr Hartmut von Hinüber, als Gast heute unter uns weilt.

Alle genannten Straßen sind nach Brüdern unserer Loge, Friedrich zum weißen Pferde benannt.

Wir sind  zwar die Mitgliederstärkste Loge in Hannover, aber viele Straßennamen sind nach Brüdern  benannt, die in den Logen zum schwarzen Bären oder der Ceder in Hannover Mitglieder waren, z. B.:

Die Fritz Beindorff-Allee, er war Senator, Ehrenbürger der Technischen Hochschule und Meister vom Stuhl 1923 –1930, in der Loge zum schwarzen Bären.

Die Blumenhagerstrasse, benannt nach Dr. Wilhelm Blumenhagen, Schriftsteller, Verfasser von Heimat Novellen,  schrieb u.A. “Wo ist der Platz der Freimaurer in der Menschheit!

Er war von 1826 bis 1839  Meister vom Stuhl beim schwarzen Bären.

Zu nennen sei noch: Die Eichstr., Heiligerstr. Haltenhofstrasse, Körtingstr., Bernstr., Brunekamp, Culemannstr., Edenstr., Volgersweg, Kühnestr., die Dreyerstr., Devrientstr., Laukerthof,  Rambergstr.,  Schaumburgerstr., um nur einige zu nennen,  alle Straßen sind nach Logen-Brüder aus Hannover benannt.

Viele Freimaurer könnte man noch nennen, die durch Straßennamen in Hannover geehrt wurden, z. B. die Ernst August Straße und der gleichnamige Platz.  König Ernst-August, 1771 –1851, Mitglied einer Londoner Loge, wurde 1841 Ehrenmitglied der Loge Fr. z. w. Pferde.

Nicht zu vergessen die Welfenstrasse und der Welfenplatz, etliche Persönlichkeiten aus dem Welfenhause waren Freimaurer.

1835 hat man übrigens eine Straße nach allen Logenbrüdern benannt, nämlich die „Brüderstrasse“!

Doch nun zu einigen Logenbrüdern aus Deutschland und der ganzen Welt, aus Zeitgründen kann ich auch hier nur auf einige Persönlichkeiten näher eingehen.

Es gibt einen Ehrenkodex unter uns Brüdern,  man darf in der Öffentlichkeit nicht den Namen eines lebenden Bruders nennen. Es könnten dem Bruder aus geschäftlichen Gründen oder weil er im Mittelpunkt der Politik steht, evtl. Nachteile entstehen.

Ich kann mich noch an die Zeit meiner Aufnahme erinnern, wo sich kaum jemand in der Öffentlichkeit als Freimaurer zu erkennen gab.

Auch ich habe in meinem beruflichen Umfeld  mich damals nicht als Freimaurer zu erkennen gegeben.

Nur wenn ein Freimaurer, sich outet, er also nichts dagegen hat, dass man seinen  Namen nennt, dürfen wir ihn erwähnen. Ich werde mich daran halten.

Um weit in der Geschichte zu beginnen, sei Friedrich der Große, 1712 – 1786,  der alte Fritz,  König von Preußen zu nennen.

Er wurde 1738 in Braunschweig in die Hamburger Loge Absalom zu zum Freimaurer aufgenommen.

Er brachte die Freimaurerei nach Berlin, nahm  übrigens auch seinen Bruder Wilhelm in die Loge auf.

Die Aussage Friedrich des Großen: „ Jeder möge nach seiner Facon selig werden,“ wird vielen bekannt sein.

Wenn man allerdings die schon erwähnten Alten Pflichten  von 1723 unter Punkt II, „Von der bürgerlichen Obrigkeit“ anschaut, in der es heißt, ich kürze es  auf die hier wichtigste Aussage.

Dort heißt es:

 

„Der Maurer ist ein friedlicher Untertan der bürgerlichen Gewalt, wo er auch wohnt, er darf sich nicht in Meuterei oder Verschwörung gegen den Frieden, und die Wohlfahrt der Nation einlassen, noch sich pflichtwidrig gegen die Obrigkeit betragen.“ Eine öffentlich Ablehnung, Auflehnung oder evtl. Revolution gegen die Staatsgewalt, wie es heute usus ist,  war damals gar nicht möglich.

Man darf auch die politische Zeit Friedrichs des Großen nicht außer acht lassen, gegen die Obrigkeit durfte sich niemand, auch der Freimaurer nicht auflehnen.

„Jeder möge nach seiner Facon selig werden“  wird er nicht auf seine Politik, seine Regentschaft, sondern nur auf die Zugehörigkeit zur Religion bezogen haben.

Welcher Religion sein Untertan angehörte, war dem Alten Fritz so gesehen  wohl unwichtig, das wäre jedenfalls meine Auslegung.

Auch Friedrich der II, 1831-1888,  deutscher Kaiser, wurde  übrigens 1853 von seinem Vater Wilhelm I in die Freimaurerei eingeführt.

Einige Namen aus der geschichtlichen und politische Szene möchte ich nennen, ohne immer auf die Jahreszahlen einzugehen:

Freiherr von Steuben, General unter Friedrich dem Großen,  Gneisenau, Scharnhorst, Stresemann, Bundesminister Leber und Holger Börner, Dr. Thomas Dehler, Vizepräsident des Deutschen Bundestages und Justizminister, Wilhelm Leuschner1890 – 1944, Politiker und Gewerkschaftsführer, Mitverschwörer des 20. Juli 1944.

Nennen möchte ich auch noch  Dr. Helmut Zetsche,  er verstarb 1997.

Er war Jurist, Vizepräsident am Landesgericht und Stuhlmeister in unserer Loge.

Aus der Geschichte und Politik des Auslands sei zu nennen:

 

Churchill, Washington, Benjamin Franklin, Atatürk,

Simon Bolivar, 1783-1830, Führer der latain-amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung,  sowie  Garibaldi,  der italienische Staatsmann und Dr. Eduard  Benesch 1884-1948,  Begründer der modernen Tschechoslowakei, der Exbundespräsident  Oestereichs,  Fred Sinowatz.

Alle waren Freimaurer.

Die Musik, besonders die klassische Musik ist mein Hobby und es liegt mir am Herzen, einige große Musiker zu benennen, die Freimaurer waren.

Jan Sibelius,  Franz Liszt, Ludwig Spohr, der herzogliche Kapellmeister von Gotha und natürlich Wolfgang Amadeus Mozart, dem ich ein paar Sätze mehr widmen möchte.

Mozarts Oper, die Zauberflöte, wird als Freimaureroper bezeichnet.

Das Libretto zu dieser Oper schrieb  Emanuel Schikaneder, ebenfalls Freimaurer. Er beschreibt die Einweihungszeremonie des Prinzen Tamino, durch den Priester Sarastro, und  seinen Weg zur charakterlichen Vervollkommnung, der durch die Vereinigung mit seiner Geliebten, Pamina, gekrönt wird.

Mozart als Komponist und Schikaneder als Mann vom Theater wollten ihrer Faszination und Emotion von der Aufnahme in den Freimaurerbund Ausdruck verleihen. Jeder auf seine Art, wobei man  m. E. sicher  über die Qualität eines Libretto immer streiten kann, Mozart als Komponist hat mit seiner Arie „ In diesen heiligen Hallen“ die Stimmung und Emotion einer Aufnahme zum Freimaurer im Tempel nicht besser wiedergeben können.

Mozart komponierte auch Musikstücke für seine Loge in Wien.

Viele werden die Komposition, Musik zur Trauerloge kennen.

Joseph Haydn,  1732 – 1809, Kapellmeister des Fürsten Nicolaus von Esterhazy und Komponist vieler  Symphonien und Oratorien, wurde übrigens 1785 in Anwesenheit von Mozart in Wien zum Freimaurer aufgenommen.

Freimaurer war auch Carl Loewe, wer kennt nicht seine vielen Balladen die er nach vielen Gedichten vertont hat, zum Beispiel:

Prinz Eugen der edle Ritter, von Freiligrath,  Elvershöh, von Herder, Archibald Douglas, von  Theodor Fontane   oder die Vertonungen von den Gedichten Heinrich der Vogler,  der Nöck nach einer nordischen Sage,  Odins Meeresritt,   Meeresleuchten, von Schreiber,  der Erlkönig, von Goethe,   oder die Uhr, die zum 1. Mal im Kreise der Brüder vorgetragen wurde.  Loewe war Logenbruder in Stettin.

Auch Albert Lortzing, einer unserer großen Opernkomponisten, war Logenbruder in Aachen, Leipzig und Osnabrück.

An der Oper in Osnabrück war er viele Jahre Operndirektor und  Dirigent.

Für seine Loge, „Zum Goldenen Rade“ in Osnabrück, komponierte er einen Zyklus von 8 Liedern. Unser Logenchor hat auch schon einige hiervon  intoniert.

In seiner Oper „Der Wildschütz“ lässt sich die Vertonung der Arie des Grafen von Eberbach seine Zugehörigkeit zur Freimaurerei kaum verleugnen, dort heißt es. „Sinkt der Abend nieder, dann im Kreis der „Brüder“, wenn Champagner winket, wenn man jubelnd trinket usw!

Gefeiert haben die Brüder damals auch gerne!

Auch Ivin  Berlin, 1888 – 1989, man nennt ihn den ungekrönten König der leichten Muse, war Logenbruder in New York.

Freimaurer waren:

Der Zoologe Alfred Brehm, der Penicillinhersteller Sir Alexander Flemming,  Victor Carus, von der Loge Minerva zu den 3, Palmen,                                    in Leipzig, er war Zoologe und  Übersetzer der Schriften Darvins.

Der Schweizer und Begründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant, gehörte zum Bunde der Freimaurer, es ist aber unbekannt welcher Loge er angehörte.

Der Automobilhersteller Henry Ford,  der Flugpionier Charles Lindbergh, aus St. Louis, die Astronauten Edwin Aldrin und John Glen,  der Maler Lovis Corinth , Professor Karl Oesterley ,

die Schauspieler Clark Gable und Karl-Heinz Böhm, der auch in der Loge Hannover  über sein Projekt in Äthiopien, „ Menschen für Menschen“, einen interessanten Vortrag  im Logenhaus hielt.

Der Politiker Gansäuer, der unsere Loge mit einen Vortrag bereicherte, ist Freimaurer.

Komme ich zuletzt zu den Freimaurern, die die Freimaurerei wohl am intensivsten mit prägten, die Denker, Dichter und Schriftsteller.

Goethe war Freimaurer in Weimar, er schreibt: "Auf Schweigen und Vertrauen ist der Tempel der Freimaurerei aufgebaut“.

Die Freimaurer schätzen Verschwiegenheit als eine Tugend und wollen das Ihnen Anvertraute nicht weitergeben und Ihr Tun und Handeln nicht an die Große Glocke hängen.

Die Verschwiegenheit wird von Außenstehenden oft missgedeutet, was zur Fehleinschätzung führt und die Freimaurerei als Geheimbund abstempelt.

Goethe schuf eine Reihe von Logen Gedichten, zum Beispiel: Sybolum,  Dank des Sängers, Verschwiegenheit, Trauerloge.

Freimaurerische Bezüge sind auch in „ Wilhelm Meisters Lehrjahre und Wanderjahre“ zu finden.

Mathias Claudius, Dichter und Herausgeber des Wandsbeker Boten  wurde 1774 Mitglied einer Hamburger Loge.

Der  deutsche Dichter Adalbert Chamisso, 1781 – 1838 war Mitglied einer Berliner Loge.  Der Philosoph Johann Gottlieb Fichte wurde

1794 in Rudolstadt  in die Loge aufgenommen und schrieb 16 Briefe über die Philosophie der Freimaurerei.

Dichter und Freiheitssänger Ferdinand Freiligrath,  Karl Loewe, vertonte, wie schon gesagt, eine Anzahl seiner Gedichte,  so auch die Uhr,  wie erwähnt, er war Mitglied einer Loge in Worms.

Johann Gottfried Herder bedeutender Denker und Humanitätsphilosoph, wurde 1766  Freimaurer in Riga. Seine Briefe zur Beförderung der Humanität sind neben vielen Schriften für die Freimaurerei von großer Bedeutung.

Otto Caspari, 1841 -  1916, Professor der Philosophie in Heidelberg war Logenbruder in einer Heidelberger Loge; er schrieb eine Aufklärungsschrift: "Die Bedeutung der Freimaurerei für das geistige Leben!"

August Wilhelm Iffland,  1759 in Hannover geboren, großer Schauspieler und führende Persönlichkeit im Theaterleben zu Goethezeit war Freimaurer.

Carl von Ossietzky, 1889 – 1938, Journalist und Schriftsteller

Herausgeber der Weltbühne, wurde 1919 in einer Hamburger Loge aufgenommen. Er war leidenschaftlicher Kämpfer für Frieden und Weltbürgertum, wurde 1933 ins Konzentrationslager verschleppt, kam dort 1938 ums Leben. Er behielt seinen Friedensnobelpreis, sehr zum Ärger seiner Unterdrücker.

Joseph Rudyard  Kipling 1865 – 1936, populärer englischer Schriftsteller war Freimaurer, er hat die Freimaurerei mit seinen Dichtungen wesentlich beeinflusst.

Ludwig Bechstein, Schriftsteller, bekannt durch seine  Märchen, war In Meiningen zum Freimaurer aufgenommen worden.

Freiherr von Knigge, geb. 1752 in Bredenbeck bei Hannover, studierte Rechtswissenschaft. Bekannt sind seine Schriften ( Über den Umgang mit Menschen, Benimmbuch). Er war auch ein  freimaurerischer Reformer.

Friedrich  Rückert, lyrischer Dichter 1788 geb. in Schweinfurt, war  Dozent in Jana,  Professor für orientalische Sprachen in Erlangen, wurde  in Neuses Coburg zum Freimaurer aufgenommen.

Und auch Friedrich Gottlieb Klopstock, geb. 1724, deutscher Dichter aus Quedlinburg  war Freimaurer. Er begann ein Theologie Studium, war Hauslehrer in Langensalza. Es verschlug ihn nach Dänemark,  dann nach Hamburg, wo er seinen Messias vollendete.

Warum sind alle diese Menschen,  die ich erwähnte, Politiker, Musiker, Dichter, Schauspieler Freimaurer geworden?

Die Stellungnahme des Literaturpreisträgers, Max Tau aus dem Jahre 1966, warum er Freimaurer wurde, habe ich am Anfang meines Vortrages erwähnt.

Der Freimaurer Stephan Zickler, Logenbruder aus Bad Homburg, wurde in Hamburg in der Loge Absalom aufgenommen, und lebte die letzten 15 Jahre in den USA, und verstarb dort im Jahre 2008. Unter dem Pseudonym Manfred Steffen vertrieb er sein Buch:

„ Freimaurerei in Deutschland, Bilanz eines viertel Jahrtausend.“

Er schreibt:

„Grundlage der Freimaurerei ist die Einsicht, dass alle mit den Menschen gegebenen Konflikte ausgetragen werden können, ohne sich zerstörerisch gegen andere Menschen zu richten, wenn nur ein ausreichendes Vertrauensverhältnis zwischen den Menschen verschiedener Überzeugungen geschaffen werden kann.

Der einzelne Freimaurer mag dieser oder jener Idee zuneigen, der Freimaurerei  selber geht es um die Einsicht des Freimaurers,  dass jeder Mensch, sei er Freund oder Feind, unabhängig von seinen Ideen,

zunächst und vor allem ein Mensch ist, der in gleicher Weise, wie er selbst mit der Menschheit identifiziert werden muss.“

Toleranz steht hier natürlich an erster Stelle. Toleranz kommt aus dem Lateinischen, von tolerare und bedeutet  erdulden, erleiden, aushalten.

Zwar sagen viele Menschen bei angeregten Diskussionen  mit unterschiedlichen Meinungen, um zu einem friedlichen Ausgang zu kommen, sie seien tolerant. Doch meistens sind sie uninteressiert und gleichgültig.

Doch man muss auch sehen, dass nicht alles regelbar ist und Toleranz  auch irgendwo Ihre Grenzen hat, aber das wäre wieder ein Thema für sich.

Aus der Geschichte der vielen im Einzelnen genannten Freimaurer ist natürlich kaum bekannt „warum“ sie Freimaurer wurden.

Bisher waren von mir nur zwei zitiert, Tau und Zickler, da unter den Freimaurern  die Zahl drei nicht ohne Bedeutung ist, kann ich als dritter diese Frage beantworten warum ich  als Suchender vor 33 Jahren  den Weg zur Freimaurerei fand.

Ein Kollege von mir aus Hamburg  war Freimaurer, wir beide waren damals als Prokuristen für ausländische Reederein tätig,  antwortete sinngemäß auf meine Frage, warum er Freimaurer wurde und was das eigentliche Ziel der Freimaurerei sei wie folgt:

Seine Antwort, kann ich nach so langer Zeit nur sinngemäß mit meinen eigenen Worten wiedergeben.

„Wir wollen bessere Menschen  werden und  unsere Vervollkommnung anstreben, wissentlich, das wir das Ziel zu diesem Ideal nie erreichen.“

"Es bleibt also eine nie endende Aufgabe und wenn wir Glück haben, werden wir durch unser Vorleben Gutes zu tun, dieses an andere  Mitmenschen weiter vermitteln und vielleicht übertragen.“

Für mich war es der Anlass Freimaurer zu werden, und der Sohn meines verstorbenen Bruders aus Hamburg, war Bürge für mich, als ich vor 30 Jahren  in der Loge Friedrich zu weißen Pferde  aufgenommen wurde.

Die Freimaurerei hat in vielen Dingen mein Leben verändert.

Ich sehe manches anders und verhalte mich auch anders als vorher und ohne unsere Loge und meine Brüder könnte ich mir mein Leben gar nicht mehr vorstellen.

Enden möchte ich nun mit Gotthold Ephraim Lessing 1729 – 1781.

Er wollte  als 17 jähriger eigentlich Theologie studieren, wechselte zur Medizin und danach zur Philosophie.

Er war später Bibliothekar in Wolfenbüttel, übrigens eine sehenswerte Bibliothek. Der Idee  der Freimaurerei war er voll zugetan, Ihre Weisheit hat Lessing  in ihrer Tiefe voll erfasst.

1778 erschienen die 3 ersten „Freimaurer-Gespräche“, die „ ER“  als Ontologie der Freimaurerei charakterisierte.

Man denkt an  „ Nathan der Weise“ und an „die Erziehung des Menschengeschlechts“, alle Werke sind beseelt von  Moral, Ethik und Menschenliebe.

Mit einem Satz aus den 100 Paragraphen, „Erziehung des Menschengeschlechts“, schreibt er unter Paragraph 85,  Zitat gekürzt, und das sollte mein Schlusswort sein:

„Sie wird  kommen, gewiss kommen, die Zeit der Vollendung, da der Mensch das Gute tun wird, weil es das Gute ist,  nicht weil willkürliche Belohnung darauf gesetzt ist.

J. D., Vortrag Gästeabend 24. März 2009