Freimaurerloge Friedrich zum weißen Pferde, Nr. 19 i. O. Hannover

HardenbergAufstellung einer Büste des preußischen Staatsministers Fürst Karl August von Hardenberg im Deutschen Städtetag wegen seiner Verdienste für die Selbstverwaltung der Städte

Karl August von Hardenberg (* 31. Mai 1750 in Essenrode;  26. November 1822 in Genua) war von 1778 bis 1781 Meister vom Stuhl der hannoverschen Freimauererloge "Zum weißen Pferde" (heute "Friedrich zum weißen Pferde"). Von Hardenberg hat gemeinsam mit Heinrich Friedrich vom und zum Stein die als Stein-Hardenberg'sche Reformen bekannt gewordenen "Preußischen Reformen" von 1807 an entscheidend vorangetrieben, ausgehend von dem verlorenen Krieg gegen Napoleon in der "Schlacht um Jena und Auerstedt" ein Jahr zuvor. Hohe Tributzahlungen und große Gebietsverluste drohten Preußen aus dem Kreis der Großmächte zu verdrängen. Getragen von den Ideen der Aufklärung begannen Stein und Hardenberg mit bedeutenden Verwaltungsreformen, die später ergänzt wurden durch Reformen des Militärs und des Bildungswesens. 

Von Hardenberg fiel im Gedenken der Nazionalsozialisten in Ungnade, weil er die Gleichstellung der Juden in Preußen durchgesetzt hatte. Wie leider viele der Verleumdungen der Nationalisten überlebte auch dieser schlechte Ruf das Dritte Reich bei weitem. Erst durch die Ausstellung "Revolution von oben! Preußens Staatssekretär Karl August von Hardenberg" im Jahr 2009 im "Haus der Brandenburgisch preußischen Geschichte" setze ein Prozess ein, der zu einem Umdenken über diesen großen Staatsmann und Reformer geführt hat. 

Gewissermaßen als Fortführung dieser Bemühungen um die Anerkennung von Hardenbergs richtete Dr. Siegfried Schildmacher ein Schreiben an den Präsidenten des Deutschen Städtetages Herrn Dr. Ulrich Maly, in dem der heutige Meister vom Stuhl der Freimauererloge "Friedrich zum weißen Pferde" darum bittet, dem Andenken von Hardenbergs Rechnung zu tragen, indem gleichrangig zum Herrn vom und zum Stein eine Büste des Karl August von Hardenberg im Gebäude des Deutschen Städtetages aufgestellt werden möge.

Anbei zwei Anschreiben von Dr. Siegfried Schildmacher an Dr. Ulrich Maly.

 
Dr. Siegfried Schildmacher · Dahlgrünweg 11 · 30659 Hannover

An den
Präsidenten des deutschen Städtetages
Herrn Dr. Ulrich Maly
Hausvogteiplatz 1
10117 Berlin


15.2.2014

Aufstellung einer Büste von Karl August Fürst von Hardenberg

Sehr geehrter Herr Dr. Maly,

Im Gebäude des Städtetages stand bislang nur die Büste des Freiherrn vom und zum Stein. Das wird damit begründet, dass unter seiner Staatskanzlerschaft das Gesetz über die Selbstverwaltung der Städte verabschiedet wurde. Dabei wird übersehen, dass Karl August von Hardenberg bereits in seiner Rigaer Denkschrift 12.9.1807 die Selbstverwaltung der Städte gefordert hatte. Während für den Freiherrn vom Stein die finanziellen Gesichtspunkte einer Städtereform im Vordergrund standen, war für Hardenberg der Demokratisierungsgedanke das Wichtigste (Vergl. die beiden beiliegenden Aufsätze über Karl August von Hardenberg in der Zeitschrift „TAU“ von 2010 und im Quatuor Coronati Jahrbuch, Nr. 31, 1994)

Im „Dritten Reich“ war Hardenberg geächtet, weil er die Gleichstellung der Juden in Preußen durchgesetzt hat. Diese negative Einstellung gegenüber dem größten deutschen Staatsreformer hielt bis in die jüngste Vergangenheit an. Erst mit der Ausstellung „Revolution von oben! Preußens Staatskanzler Karl August von Hardenberg“, eröffnet am 3.9.2009, im „Haus der Brandenburgisch preußischen Geschichte“, hat ein erfreulicher Umdenkungsprozeß eingesetzt. Die Reformleistung des großen Staatskanzlers, auch hinsichtlich der Selbstverwaltung der Städte, wird erst jetzt voll anerkannt. Er hat es deshalb verdient, dass seine Büste gleichberechtigt neben der des Freiherrn vom Stein gestellt wird.

Freiherr vom Stein und Karl August von Hardenberg waren beide Freimaurer. Karl August von Hardenberg war von 1778 bis 1781 Meister vom Stuhl der Loge „Friedrich zum weißen Pferde“ in Hannover, die auch heute noch zu den größten und ältesten Logen in Deutschland zählt. Freimaurer und Juden wurden unter der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt. Es wäre eine Tat der Gerechtigkeit, ihm den gebührenden Platz neben dem Freiherrn vom Stein einzuräumen und seine Büste im Städtetag aufzustellen. Sein Schloss in Neuhardenberg war übrigens zwischen 1939 und 1944 Treffpunkt der Widerständler gegen Hitler und der Schlossherr, Hans von Hardenberg, war KZ-Häftling und hat nur durch ein Wunder den 20. Juli überlebt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Siegfried Schildmacher

Meister vom Stuhl 

 


 

 
Dr. Siegfried Schildmacher · Dahlgrünweg 11 · 30659 Hannover

An den
Präsidenten des deutschen Städtetages
Herrn Dr. Ulrich Maly
Hausvogteiplatz 1
10117 Berlin


1.5.2014

Aufstellung einer Büste von Karl August Fürst von Hardenberg im Städtetag

Sehr geehrter Herr Dr. Maly,

Am 15.2.2014 hatte ich Ihnen geschrieben (Vergl. Anlage 1), dass es wünschenswert wäre, wenn neben der Büste des Freiherrn vom Stein auch eine Büste von Karl August von Hardenberg im Städtetag aufgestellt würde, weil er mindestens den gleichen Anteil an dem Gesetz über die Selbstverwaltung der Städte in Preußen habe wie der Freiherr von Stein.

Eine Mitarbeiterin von Ihnen hatte mich daraufhin angerufen und mir mitgeteilt, dass Sie grundsätzlich damit einverstanden seien, aber dieses Vorhaben erst 2015 realisiert werden könne, weil dafür Haushaltsmittel beantragt werden müssten. Ihre Mitarbeiterin wollte mir dies auch noch schriftlich nach ihrem Urlaub mitteilen. Weil ich diese schriftliche Mitteilung noch nicht erhalten habe, wende ich mich erneut an Sie, denn das Projekt ist inzwischen weiter gediehen.

Eine Büste von Karl August von Hardenberg befindet sich in Berlin im Geheimen Staatsarchiv PK, von der man einen Abguss machen könnte. Die Büste wurde von Christian Daniel Rauch (1777-1857) 1816 angefertigt und ist gewissermaßen das amtliche Marmor Porträt des Staatskanzlers. Im Lesesaal des Geheimen Staatsarchivs vertritt noch heute dieser Abguss der Büste  zusammen mit der Büste des Freiherrn vom Stein die „Säulenheiligen“ des preußischen Staates. Diese Büste von Hardenberg wurde auch in der Ausstellung „Revolution von Oben“ 2009 in Potsdam gezeigt.

Da Abgüsse von Büsten immer eine gewisse Vorlaufzeit bis zur endgültigen Fertigung benötigen, würde ich Sie bitten, dass die Erlaubnisse für den Abguss bereits jetzt eingeholt werden, um den Abguss nach der Bewilligung der Haushaltsmittel sofort in Auftrag geben zu können. Der Standort für die Hardenbergbüste sollte das Verwaltungsgebäude des Städtetages in Berlin sein. Eventuell könnte man die Büste des Freiherrn vom Stein, die derzeit noch im Vorraum des Verwaltungsgebäudes des Städtetages in Köln steht, als Ergänzung nach Berlin holen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Siegfried Schildmacher

Meister vom Stuhl