Freimaurerloge Friedrich zum weißen Pferde, Nr. 19 i. O. Hannover

Pressemitteilung der hannoverschen Logen vom 26.04.2010

 

 

Hannover gehört zu den Städten in der Bundesrepublik, die ein sehr vielfältiges Logenleben besitzen. Neun Freimaurerlogen und eine Frauenloge arbeiten in Hannover und die Mitgliederzahl liegt bei rund 570. Hannover liegt mit 10 Logen an vierter Stelle hinter den viel größeren Städten Berlin (41 Logen), Hamburg (35 Logen) und München (11 Logen), aber noch  vor Frankfurt (9 Logen), Bremen (7 Logen) und Stuttgart (6 Logen).

 

Freimaurerlogen sind traditionell Männerbünde. In neuerer Zeit wurden aber auch Frauenlogen gegründet und in anderen Ländern, z. B. Frankreich, gibt es auch gemischte Logen, denen sowohl Männer als auch Frauen angehören.

 

Die folgenden Logen arbeiten in Hannover (geordnet nach dem Gründungsjahr):

Männliche Freimaurerei:
1. „Friedrich zum weißen Pferde“, 1746, MvSt. Dr. Siegfried Schildmacher, www.loge-friedrich-zum-weißen-pferde.de

2. „Zum Schwarzen Bär“, 1774,  MvSt. Bernd Badorek, www.zum-schwarzen-baer.de
3. „Zur Ceder“, 1777, LM Max-Dieter Damerow, www.freimaurer-hannover-ceder.de
4. „Wilhelm zur deutschen Treue“, 1900, MvSt. Dr. Rainer Schatzke, www.freimaurer-wzdt-hannover.de
5. „Freimaurerloge Baldur“, 1906,  MvSt. Wilhelm Hundertmark, www.loge-baldur.de
6. „Zum aufgehenden Licht“, 1949, LM Ulrich Stechel, www.freimaurerorden.org/hannover/licht
7. „Licht und Wahrheit“, 1946, MvSt. Wolfgang Götting,
8. „Lodge Bridge of Fellowship“, 1973, MvSt. Günter Lax,
9. “Georg am Hohen Ufer”, 1987, MvSt. Michael Rother, gahu.hannover.freimaurerei.de

MvSt = Meister vom Stuhl, LM = Logenmeister, jeweils Vorsitzender einer Loge

 

Weibliche Freimaurerei:
10. “Im Kreise des Granatapfels”, 1999, MvSt. Inge Wendt, www.freimaurerinnen.de

 

Organisation

Jede einzelne Loge ist selbständig, gehört aber einer der fünf Großlogen in Deutschland an. Die fünf Großlogen arbeiten unter dem Dach der „Vereinigten Großlogen von Deutschland“.

Die folgenden fünf Großlogen gibt es in Deutschland:

„Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland“ (größte Großloge in Deutschland)
„Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland – Freimaurerorden“
„Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“
„American Canadian Grand Lodge” A.F.u.A.M.
“Grand Lodge of British Freemasons in Germany”

 

In Deutschland gibt es über 460 Logen mit rund 15.000 Mitgliedern.
Weltweit bestehen 20.000 Logen mit ca. 6 Millionen Mitgliedern.

 

Ursprung der Freimaurerei

Die Freimaurerei hat zwei Wurzeln: Sie ging einerseits aus den alten Dombauhütten hervor und ist andererseits stark durch die Ideen der Aufklärung geprägt. Das offizielle Gründungsdatum der Freimaurerei ist das Jahr 1717 als sich drei Londoner Logen zu einer Großloge zusammenschlossen. Freimaurerei gab es aber auch schon vorher. Durch die enge Verbindung Hannovers mit England durch die Personalunion der hannoverschen Könige kam auch die Freimaurerei relativ frühzeitig nach Hannover. Bereits vor 264 Jahren wurde die erste Freimaurerloge in Hannover gegründet.

 

Definition und Ziele der Freimaurerei

 

Freimaurerei ist die Idee eines Modells für das friedliche Zusammenleben von Menschen durch Achtung und Verständnis für einander. Als diesseits orientierter Bund ist Freimaurerei weder eine Religionsgemeinschaft, Kirche oder Sekte, noch ein Religionsersatz. Freimaurerei kennt keine Dogmen oder Sakramente. Sie setzt jedoch eine höhere Ordnung in der Welt voraus. Die meisten Logen in Deutschland nehmen Menschen aller Glaubensrichtungen auf (Humanitäre Freimaurerei). Besonders dem Christentum verpflichtet fühlen sich die in der „Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland – Freimaurer Orden“ zusammengeschlossenen Logen (in Hannover die Logen „Zur Ceder“ und „Zum aufgehenden Licht“).

 

Freimaurer treten für Werte wie Toleranz, Humanität, Wohltätigkeit, Gerechtigkeit, Freiheit und Brüderlichkeit ein. Im Mittelpunkt der freimaurerischen Arbeit steht die Arbeit an sich selbst. Die Aufgabe des Freimaurers ist es, nach den oben genannten Werten zu leben. Freimaurerei ist deshalb eine Lebenskunst und wird oft auch als „königliche Kunst“ bezeichnet.

 

Um sich den Zielen der Freimaurerei zu nähern, verwenden die Logen Symbole und Rituale, die überwiegend aus der Tradition der europäischen Dombauhütten stammen. Auch die drei Grade Lehrling, Geselle und Meister wurden aus dem Handwerksbereich übernommen. Freimaurerische Symbole wie z. B. Winkelmaß und Zirkel, Senkblei und Wasserwaage sind ebenfalls dem Bauhandwerk entnommen, werden aber von den Freimaurern mit geistigen Inhalten verwendet. So bedeutet der rechte Winkel, dass ein Freimaurer stets nach Recht und Gerechtigkeit handeln soll. Der Zirkel symbolisiert das geistige Prinzip. Freimaurer arbeiten am rauen Stein, d. h. sie arbeiten an ihrer eigenen Persönlichkeit.

 

Die freimaurerischen Rituale dienen dazu, die angestrebten ethischen Ideale einzuüben. Man spricht deshalb bei der Freimaurerei auch von einer Einübungsethik. Die freimaurerischen Rituale sind überall frei zugänglich und deshalb ist es Unsinn von einem freimaurerischen Geheimnis zu sprechen. Freimaurer verfügen auch nicht über ein Geheimwissen, wie es die Romane von Dan Brown vorspiegeln.

 

Wohltätigkeit

Das Ziel der Wohltätigkeit hat von Beginn an das freimaurerische Wirken bestimmt. Bereits 1779 hat der Freimaurer Alemann das „Werkhaus“ an der Langen Laube errichtet. 1854 wurde  z. B. die Weihnachtsbescherung armer Kinder eingeführt, die als Gemeinschaftsveranstaltung der Logen „Zum Schwarzen Bär“, „Zur Ceder“ und „Friedrich zum weißen Pferde“ bis zum ersten Weltkrieg bestand. Die Loge „Friedrich zum weißen Pferde“ beschert bis heute die Kinder der Pestalozzistiftung zu Weihnachten. Seit 1978 veranstalten die Frauen hannoverscher Freimaurer einen Weihnachtsbasar, der in den vergangenen 31 Jahren mehr als 500.000 € erbracht hat. Mit dem Erlös wurden viele soziale Projekte in Hannover gefördert: u. a. der Stadtteilbauernhof im Sahlkamp, die Stiftung Lindenhof für behinderte Kinder, die Obdachlosenzeitung „Asphalt“, die Suppenküche, die hannoverschen Frauenhäuser  und viele andere Einrichtungen und Selbsthilfegruppen.

 

Die Loge „Zum Schwarzen Bär“ hat eine eigene Stiftung gleichen Namens, die soziale Einrichtungen, aber auch  Projekte für Toleranz und Völkerverständigung fördert. Das „Kultur- und Sozialwerk Friedrich zum weißen Pferde“besteht seit 25 Jahren und hat in diesem Zeitraum 370.000 € für kulturelle und soziale Zwecke zur Verfügung gestellt. Seit acht Jahren wird das Projekt „Jugend forscht“ mit über 13.000 €  gefördert. Weitere geförderte Projekte sind der Stadtteilbauernhof im Sahlkamp (31.000 €), ein Friedenskonzert des Harfenorchesters aus Hannover  in Israel und Jordanien(25.000 €), der Kinder von Tschernobyl 17.500 € und vieles andere mehr.

 

 

Berühmte hannoversche Freimaurer

94 Straßen in Hannover sind nach Freimaurern benannt. Dies macht deutlich, dass die Freimaurerei bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht hat, die die Stadtgeschichte wesentlich beeinflusst haben. Es sollen hier nur beispielhaft einige Persönlichkeiten genannt: der preußische Staatskanzler Karl August von Hardenberg, der die Stein-Hardenbergschen Reformen in Preußen durchgeführt hat, Adolf Ludwig von Spörken, der Gründer der Loge „Zum Schwarzen Bär“ war, Stadtgerichtsdirektor Georg Chr. HeiligerOberpostkommissar Jobst Anton von Hinüber, der mit dem Hinüberschen Garten den ersten Landschaftsgarten in Deutschland geschaffen hat, Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves, der die wesentlichen Grundlagen für die bauliche Gestaltung der Stadt geschaffen hat,   Stadtbaumeister Ludwig Droste, der den Eingangsbau zum Engesohder Friedhof und zahlreiche Schulbauten im Stadtgebiet errichtet hat, Gustav Fink, Senator von 1890 bis 1921 und von 1922 bis 1933 Bürgermeister der Stadt Hannover, Mitbegründer der Girozentrale und Vorsitzender des Sparkassengiroverbandes, von 1913 bis 1928 Logenmeister der Loge „Zur Ceder“, Senator Fritz Beindorf, der Chef der Pelikanwerke war und viele andere mehr. Aber auch nach dem Kriege wurden Straßen nach berühmten hannoverschen Freimaurern benannt: Paul Siegel, Rechtsanwalt und Notar und Justizreformer nach dem zweiten Weltkrieg, Stadtschulrat Eggers und der Künstler und Bildhauer Eberhard W. P. Eggers, dessen Plastiken das Stadtbild verschönern.

 

Die hannoversche Freimaurerei hat auch nach dem zweiten Weltkrieg drei Großmeister der gestellt: Dr. Paul Ehmke, amtierender Großmeister der Vereinigten Großloge von Deutschland, Dr. jur. Helmut Zetzsche, Vizepräsident des Landgerichts Hannover und Großmeister der Großloge AFuAM und Jens Oberheide, Großmeister der Großloge AFuAM.

 

Zukunftsaussichten der Freimaurerei in Hannover

In den letzten zwei Jahren hat das Interesse an der Freimaurerei stark zugenommen. Als Ursache dafür werden die Wirtschaftskrise und das Nachlassen kirchlicher Bindungen gesehen. Die Menschen spüren, dass Geldverdienen allein keine ausreichende Befriedigung im Leben geben kann. Sie suchen nach dem Sinn des Lebens und fühlen sich in diesem Bestreben von der Freimaurerei unterstützt.

 

Auch im Ausland nimmt die Zahl der Freimaurer stark zu. In Frankreich hat sich die Zahl der Freimaurer in den letzten vierzig Jahren mehr als verdreifacht und liegt jetzt bei über 150.00. Auch in Finnland und den anderen skandinavischen Ländern sind hohe Zuwachsraten zu verzeichnen. Diese Entwicklungen machen deutlich, dass in Deutschland noch ein großes Potential für die Freimaurerei vorhanden ist. Allerdings bestehen in Deutschland selbst 65 Jahre nach dem Krieg durch Hetzkampagnen der Nationalsozialisten immer noch Vorurteile gegen die Freimaurerei. Deshalb ist eine offensive Öffentlichkeitsarbeit, wie sie von den hannoverschen Logen betrieben wird, notwendig.